ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft)
Kurzbeschreibung
Die ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) ist eine Mitgliedsgewerkschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und eine der größten Gewerkschaften Europas. Sie vertritt die beruflichen, tariflichen und sozialen Interessen von Beschäftigten in zahlreichen Dienstleistungsbranchen, darunter der öffentliche Dienst, Handel, Gesundheitswesen, Sozial- und Erziehungsdienst, Banken, Versicherungen, Logistik, Post- und Paketdienste, Medien, Telekommunikation, Ver- und Entsorgung sowie Kultur.
ver.di setzt sich für faire Arbeitsbedingungen, gute Entgelte, Mitbestimmung, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Gleichstellung, Qualifizierung und soziale Gerechtigkeit ein. Sie unterstützt ihre Mitglieder durch Tarifpolitik, Rechtsschutz, Bildungsangebote und eine starke betriebliche sowie dienststellenbezogene Interessenvertretung.
Mit Landesbezirken, Bezirken, Geschäftsstellen sowie Vertrauensleute- und Personalratsstrukturen ist ver.di bundesweit in nahezu allen Dienstleistungsbereichen vertreten.
Gesetzliche Grundlagen
Wichtige Vorschriften:
Ziele von ver.di
ver.di verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- faire Entgelte
- sichere Arbeitsplätze
- Mitbestimmung stärken
- Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessern
- Gleichstellung fördern
- Qualifizierung unterstützen
- soziale Sicherheit stärken
- gute öffentliche Daseinsvorsorge erhalten
- Solidarität fördern
Aufgaben von ver.di
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören insbesondere:
- Tarifverhandlungen führen
- Mitglieder beraten
- Rechtsschutz gewähren
- Betriebsräte unterstützen
- Personalräte unterstützen
- Vertrauensleute begleiten
- Organizing fördern
- Bildungsangebote anbieten
- Öffentlichkeitsarbeit leisten
- Mitglieder gewinnen
- Beschäftigte informieren
Bedeutung von ver.di
ver.di beantwortet unter anderem folgende Fragen:
Wer vertritt die Interessen der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich?
Wer führt Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst oder im Handel?
Welche Unterstützung erhalten Mitglieder?
Welche Rolle spielt ver.di bei Mitbestimmung und Tarifpolitik?
ver.di verbindet Tarifpolitik, Mitbestimmung, Organizing, Bildungsarbeit und gesellschaftspolitisches Engagement zu einer umfassenden Interessenvertretung ihrer Mitglieder.
Grundprinzip
Beschäftigte vertreten
⬇️
Interessen bündeln
⬇️
Tarif- und Interessenvertretung stärken
⬇️
Arbeitsbedingungen verbessern
⬇️
Solidarität fördern
Organisation von ver.di
ver.di ist föderal aufgebaut und gliedert sich nach Regionen, Fachbereichen und demokratisch gewählten Gremien.
Die Organisationsstruktur umfasst insbesondere:
- Bundeskongress (höchstes Beschlussorgan)
- Bundesvorstand
- Landesbezirke
- Bezirke
- Geschäftsstellen
- Fachbereiche
- Vertrauensleutestrukturen
- Betriebsgruppen
- Personalratsgruppen
- ver.di Jugend
- Frauen- und Personengruppen
- Arbeitskreise
Durch diese Struktur ist ver.di sowohl auf Bundesebene als auch unmittelbar in Betrieben und Dienststellen vertreten.
Mitglieder von ver.di
ver.di vertritt insbesondere:
- Beschäftigte des öffentlichen Dienstes
- Beschäftigte des Einzel- und Großhandels
- Beschäftigte im Gesundheitswesen
- Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes
- Beschäftigte bei Banken und Versicherungen
- Beschäftigte der Logistik
- Beschäftigte bei Post- und Paketdiensten
- Beschäftigte im Verkehrsbereich
- Beschäftigte der Ver- und Entsorgung
- Beschäftigte in Medien und Kultur
- Beschäftigte der Telekommunikation
- Auszubildende
- Studierende
- Beamtinnen und Beamte
- Rentnerinnen und Rentner
Damit organisiert ver.di einen der größten Wirtschaftsbereiche Deutschlands – den Dienstleistungssektor.
Tarifpolitik
ver.di engagiert sich insbesondere für:
- Tarifverhandlungen
- Entgelterhöhungen
- Arbeitszeitregelungen
- Ausbildungsvergütungen
- Zulagen
- mobiles Arbeiten
- Schicht- und Wechselschichtregelungen
- Arbeits- und Gesundheitsschutz
- Personalbemessung
- Entlastungstarifverträge
- Beschäftigungssicherung
- Gleichstellung
Besonders bekannt sind die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst (TVöD und TV-L), den Einzelhandel sowie das Gesundheitswesen.
Betriebs- und Personalratsarbeit
ver.di unterstützt insbesondere:
- Betriebsratsgründungen
- Personalratsgründungen
- Betriebsratswahlen
- Personalratswahlen
- Mitbestimmung
- Mitwirkung
- Schulungen
- Rechtsberatung
- Erfahrungsaustausch
- Vernetzung
- Betriebsvereinbarungen
- Dienstvereinbarungen
- Interessenausgleich und Sozialpläne
Die enge Zusammenarbeit zwischen ver.di sowie Betriebs- und Personalräten ist ein wesentlicher Bestandteil der Interessenvertretung.
Leistungen für Mitglieder
Je nach Satzung und Leistungsangebot gehören insbesondere dazu:
- Rechtsschutz
- Rechtsberatung
- Tarifberatung
- Seminare
- Bildungsangebote
- Fachinformationen
- Mitgliederzeitschriften
- Streikunterstützung
- Freizeit- und Versicherungsangebote (je nach Angebot)
- Netzwerk innerhalb der Gewerkschaft
- Interessenvertretung gegenüber Arbeitgebern und Politik
Der konkrete Leistungsumfang richtet sich nach den jeweils geltenden Satzungen und Angeboten von ver.di.
Bedeutung für Beschäftigte
ver.di unterstützt Beschäftigte insbesondere durch:
- Vertretung ihrer beruflichen Interessen
- Beratung bei arbeits- und dienstrechtlichen Fragen
- Unterstützung bei Konflikten
- Tarifpolitik
- Arbeits- und Gesundheitsschutz
- Qualifizierungsangebote
- Information über aktuelle Entwicklungen
- Rechtsschutz im Rahmen der Mitgliedschaft
Sie stärkt die Interessenvertretung in nahezu allen Bereichen des Dienstleistungssektors.
Bedeutung für Betriebsräte und Personalräte
ver.di unterstützt Betriebs- und Personalräte insbesondere durch:
- Schulungen
- rechtliche Beratung
- Fachinformationen
- Unterstützung bei Wahlen
- Erfahrungsaustausch
- Vernetzung
- Begleitung betrieblicher und dienstlicher Veränderungsprozesse
- Unterstützung bei Verhandlungen mit Arbeitgebern oder Dienststellenleitungen
Die enge Zusammenarbeit zwischen ver.di und den betrieblichen Interessenvertretungen stärkt die Mitbestimmung und verbessert die Arbeitsbedingungen.
Bedeutung für Vertrauensleute
ver.di verfügt über ein umfangreiches Vertrauensleutesystem. Vertrauensleute sind die gewerkschaftlichen Ansprechpartner direkt im Betrieb oder in der Dienststelle und bilden die Verbindung zwischen Beschäftigten, Betriebs- oder Personalrat und der Gewerkschaft.
Sie übernehmen insbesondere folgende Aufgaben:
- persönliche Gespräche mit Beschäftigten führen
- neue Mitglieder gewinnen
- Informationen von ver.di weitergeben
- Probleme aus den Arbeitsbereichen aufnehmen
- Beschäftigte beraten und unterstützen
- Betriebs- und Personalräte begleiten
- Organizing-Kampagnen planen und durchführen
- Tarifbewegungen vorbereiten
- Warnstreiks und Aktionen organisieren
- Beschäftigte mobilisieren
- neue Aktive entwickeln
- Solidarität stärken
- Rückmeldungen an die Geschäftsstelle weitergeben
Gerade in großen Dienstleistungsunternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind Vertrauensleute wichtige Multiplikatoren für Information, Beteiligung und gewerkschaftliche Organisierung.
Typische Fehler
- ver.di ausschließlich als Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes ansehen
- Betriebsrat, Personalrat und Gewerkschaft miteinander verwechseln
- Organizing nur während Tarifrunden betreiben
- Vertrauensleute lediglich als Informationsverteiler betrachten
- Bildungsangebote nicht nutzen
- Tarifpolitik nur auf Lohnerhöhungen reduzieren
- Mitbestimmungsmöglichkeiten nicht ausschöpfen
ver.di verbindet Tarifpolitik, Organizing, Mitbestimmung, gesellschaftspolitisches Engagement und Mitgliederbetreuung dauerhaft miteinander.
Typische Fehler von Beschäftigten
- erst im Konfliktfall Mitglied werden wollen
- tarifliche Ansprüche nicht kennen
- Beratungsangebote nicht nutzen
- sich nicht an Tarifbewegungen beteiligen
- Veränderungen im Betrieb oder der Dienststelle passiv hinnehmen
- Betriebs- oder Personalrat mit der Gewerkschaft verwechseln
- Informationen ausschließlich vom Arbeitgeber beziehen
Eine aktive Mitgliedschaft verbessert Information, Unterstützung und Mitgestaltungsmöglichkeiten erheblich.
Praxisbeispiel
In einem kommunalen Krankenhaus führt Personalmangel zu einer dauerhaft hohen Arbeitsbelastung. Die Vertrauensleute von ver.di sprechen mit den Beschäftigten aller Stationen, dokumentieren die Belastungen und informieren den Personalrat sowie die zuständige Geschäftsstelle. Gemeinsam werden Forderungen nach einer besseren Personalbemessung entwickelt. Während der Tarifrunde organisiert ver.di Informationsveranstaltungen, Warnstreiks und Kundgebungen. Durch die hohe Beteiligung der Beschäftigten können Verbesserungen bei Entlastung, Arbeitsbedingungen und Vergütung erreicht werden.
Verhältnis zu anderen Vorschriften
|Vorschrift|Inhalt|
|---|---|
|Art. 9 Abs. 3 GG|Koalitionsfreiheit und Recht zur Bildung von Gewerkschaften|
|TVG|Rechtliche Grundlage für Tarifverträge|
|BetrVG|Mitbestimmung und Betriebsratsarbeit|
|BPersVG|Mitbestimmung und Personalvertretung im öffentlichen Dienst|
|ArbSchG|Arbeits- und Gesundheitsschutz|
Merksatz
ver.di ist die größte Dienstleistungsgewerkschaft Deutschlands. Sie vertritt Beschäftigte in zahlreichen Branchen des Dienstleistungssektors und verbindet Tarifpolitik, Mitbestimmung, Organizing, Rechtsschutz und starke betriebliche sowie dienststellenbezogene Interessenvertretung.
Bezug zu Knoten
- Gewerkschaft
- DGB
- Öffentlicher Dienst
- Einzelhandel
- Gesundheitswesen
- Sozial- und Erziehungsdienst
- Logistik
- Banken
- Versicherungen
- Tarifvertrag
- Tarifverhandlung
- Tarifbewegung
- Warnstreik
- Streik
- Betriebsrat
- Personalrat
- Mitbestimmung
- Organizing
- Strategische Vertrauensleutearbeit
- Vertrauensleutearbeit
- Vertrauensleute
- Mitgliedergewinnung
- Mobilisierung
- Rechtsschutz
- Qualifizierung
Praxisrelevanz
ver.di ist eine der größten Gewerkschaften Europas und organisiert Beschäftigte in nahezu allen Dienstleistungsbranchen. Sie gestaltet Tarifverträge im öffentlichen Dienst, im Handel, im Gesundheitswesen, bei Banken, Versicherungen, in der Logistik sowie vielen weiteren Bereichen. Durch das enge Zusammenwirken von Vertrauensleuten, Betriebsräten, Personalräten und Geschäftsstellen verfügt ver.di über eine starke betriebliche Verankerung. Diese ermöglicht eine wirksame Interessenvertretung, eine hohe Mobilisierungsfähigkeit in Tarifbewegungen sowie die kontinuierliche Unterstützung der Beschäftigten bei arbeits- und dienstrechtlichen Fragen.
