BIGD – Berufsverband Ingenieurinnen und Ingenieure für Deutschland
Kurzbeschreibung
Der BIGD – Berufsverband Ingenieurinnen und Ingenieure für Deutschland ist eine Interessenvertretung für Ingenieurinnen und Ingenieure sowie technische Fachkräfte.
Der Verband beschäftigt sich mit berufspolitischen Themen, der Stärkung des Ingenieurberufs, fachlicher Vernetzung und der Förderung technischer Kompetenz in Deutschland.
Der BIGD ist von klassischen Gewerkschaften zu unterscheiden:
- Er ist keine klassische Branchengewerkschaft.
- Er führt nicht automatisch Tarifverhandlungen.
- Er ersetzt keine Arbeitnehmervertretung nach BetrVG oder BPersVG.
Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf:
- beruflicher Interessenvertretung
- Förderung technischer Berufe
- Fachkräfteentwicklung
- Austausch und Vernetzung
- gesellschaftlicher Bedeutung von Technik und Innovation
Gesetzliche Grundlagen
Wichtige Vorschriften:
- Art. 9 Abs. 3 GG
- Koalitionsfreiheit
- Recht zur Bildung von Vereinigungen
- TVG
- Grundlagen von Tarifverträgen
- BetrVG
- Mitbestimmung im Betrieb
- ArbSchG
- Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
Ziele des BIGD
Der BIGD verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- Stärkung des Ingenieurberufs
- Förderung technischer Fachkompetenz
- Unterstützung von Ingenieurinnen und Ingenieuren
- Verbesserung beruflicher Rahmenbedingungen
- Förderung von Innovation und Digitalisierung
- Vernetzung technischer Fachkräfte
- Nachwuchsförderung
- gesellschaftliche Anerkennung technischer Berufe
Aufgaben des BIGD
Zu den möglichen Aufgaben gehören:
- berufspolitische Interessen vertreten
- Fachinformationen bereitstellen
- Netzwerke für Ingenieurinnen und Ingenieure schaffen
- Veranstaltungen organisieren
- technische Entwicklungen begleiten
- Diskussionen zur Zukunft der Arbeit unterstützen
- Qualifizierung fördern
- Öffentlichkeit über technische Berufe informieren
Bedeutung des BIGD
Der BIGD beantwortet insbesondere folgende Fragen:
Wie können Ingenieurberufe gestärkt werden?
Welche Bedeutung haben technische Fachkräfte für Wirtschaft und Gesellschaft?
Wie können technische Entwicklungen sozial und nachhaltig gestaltet werden?
Der Verband betrachtet Ingenieurinnen und Ingenieure als wichtige Gestalter der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung.
Grundprinzip
Ingenieurinnen und Ingenieure
⬇️
Fachwissen bündeln
⬇️
Berufliche Interessen vertreten
⬇️
Innovation fördern
⬇️
Technische Zukunft gestalten
Organisation des BIGD
Der BIGD ist als Berufsverband organisiert und richtet seine Arbeit auf die Interessen und die berufliche Entwicklung von Ingenieurinnen und Ingenieuren aus.
Die Organisationsstruktur umfasst insbesondere:
- Mitgliederversammlung
- Vorstand
- Geschäftsführung
- Fachbereiche
- Arbeitsgruppen
- regionale Ansprechpartner
- Fachnetzwerke
- ehrenamtliche Funktionsträger
Durch diese Struktur werden fachliche Themen gebündelt und die Interessen technischer Fachkräfte vertreten.
Mitglieder des BIGD
Der BIGD richtet sich insbesondere an:
- Ingenieurinnen und Ingenieure
- technische Fachkräfte
- Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen technischer Fachrichtungen
- Fach- und Führungskräfte im technischen Bereich
- Nachwuchsingenieurinnen und Nachwuchsingenieure
- Personen aus Forschung und Entwicklung
- Beschäftigte in technischen Unternehmen
Die Mitgliedschaft ist grundsätzlich berufsbezogen und nicht auf eine bestimmte Branche beschränkt.
Themenbereiche des BIGD
Schwerpunkte können insbesondere sein:
- technische Innovation
- Digitalisierung
- Industrie 4.0
- Nachhaltigkeit
- Fachkräftesicherung
- technische Bildung
- Nachwuchsförderung
- berufliche Entwicklung
- Anerkennung technischer Kompetenzen
Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten heute in nahezu allen Wirtschaftsbereichen, beispielsweise:
- Maschinenbau
- Fahrzeugtechnik
- Energiewirtschaft
- Bauwesen
- Elektrotechnik
- Informationstechnik
- Automatisierung
- Forschung und Entwicklung
Verhältnis zu Gewerkschaften
Der BIGD ist von klassischen Gewerkschaften abzugrenzen.
|Organisation|Aufgabe|
|-|-|
|Gewerkschaft|Tarifverhandlungen, Arbeitskampf, Rechtsschutz, Arbeitnehmervertretung|
|Berufsverband|Berufsinteressen, Fachentwicklung, Netzwerk, berufspolitische Themen|
|Betriebsrat|Mitbestimmung im Unternehmen|
|Personalrat|Mitbestimmung im öffentlichen Dienst|
Ein Berufsverband kann gewerkschaftliche Arbeit ergänzen, ersetzt aber keine Gewerkschaft bei:
- Tarifkonflikten
- Arbeitsrechtsfragen
- kollektivrechtlichen Verhandlungen
- Streikmaßnahmen
Tarifpolitik
Der BIGD führt grundsätzlich keine klassischen Tarifverhandlungen wie Branchengewerkschaften.
Er beschäftigt sich jedoch mit Themen, die Einfluss auf technische Beschäftigte haben:
- faire Arbeitsbedingungen
- attraktive technische Berufe
- Fachkräfteentwicklung
- Qualifizierung
- berufliche Perspektiven
- Gestaltung technologischer Veränderungen
Tarifverträge werden weiterhin durch tariffähige Gewerkschaften nach dem TVG abgeschlossen.
Bedeutung für Beschäftigte
Der BIGD kann für Ingenieurinnen und Ingenieure relevant sein durch:
- berufliche Vernetzung
- fachlichen Austausch
- Förderung technischer Berufe
- Informationen zu Entwicklungen im Ingenieurwesen
- Unterstützung bei beruflicher Orientierung
Bei konkreten arbeitsrechtlichen Konflikten bleiben jedoch Gewerkschaften, Betriebsräte oder Personalräte die zuständigen Ansprechpartner.
Bedeutung für Betriebsräte
Für Betriebsräte kann ein Berufsverband wie der BIGD insbesondere interessant sein durch:
- Fachwissen zu technischen Entwicklungen
- Einschätzungen zu Digitalisierung und Innovation
- Austausch über technische Berufe
- Diskussion über zukünftige Qualifikationsanforderungen
Bei Mitbestimmungsfragen bleiben jedoch die gesetzlichen Beteiligungsrechte nach dem BetrVG entscheidend.
Leistungen für Mitglieder
Typische Angebote können sein:
- Fachveranstaltungen
- Netzwerke
- Informationsangebote
- berufliche Weiterbildung
- Austausch zwischen Fachkräften
- Informationen zu technischen Entwicklungen
- Förderung des Berufsnachwuchses
Der konkrete Leistungsumfang richtet sich nach den Angeboten des Verbandes.
Bedeutung für Ansprechpartner und Vertrauenspersonen
Der BIGD arbeitet mit Ansprechpartnern, Fachvertretern und engagierten Mitgliedern zusammen, die als Verbindung zwischen Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie den Verbandsstrukturen dienen.
Sie übernehmen insbesondere folgende Aufgaben:
- Mitglieder informieren
- fachlichen Austausch fördern
- technische Entwicklungen begleiten
- Veranstaltungen unterstützen
- Netzwerke aufbauen
- Erfahrungen aus der Praxis einbringen
- Nachwuchskräfte unterstützen
- berufspolitische Themen weitergeben
- Kontakte zwischen Fachkräften ermöglichen
Sie tragen dazu bei, dass die Perspektiven technischer Berufe in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Diskussionen berücksichtigt werden.
Typische Fehler
- den BIGD mit einer Gewerkschaft verwechseln
- den BIGD als Tarifpartei ansehen
- Berufsverband und Arbeitnehmervertretung gleichsetzen
- den BIGD mit einer Ingenieurkammer verwechseln
- technische Interessen und arbeitsrechtliche Interessen nicht unterscheiden
- erwarten, dass ein Berufsverband automatisch Rechtsschutz bei Arbeitskonflikten bietet
Ein Berufsverband vertritt vor allem berufliche und fachliche Interessen, während Gewerkschaften die kollektiven Arbeitsbedingungen gestalten.
Typische Fehler von Beschäftigten
- berufliche Entwicklung ausschließlich dem Arbeitgeber überlassen
- Bedeutung von Netzwerken unterschätzen
- Qualifizierung bei technischen Veränderungen vernachlässigen
- arbeitsrechtliche Fragen an Fachverbände statt Gewerkschaften oder Betriebsräte richten
- Auswirkungen von Digitalisierung und Automatisierung nicht frühzeitig betrachten
Gerade technische Berufe verändern sich stark durch Digitalisierung, Automatisierung und neue Technologien.
Praxisbeispiel
Ein Maschinenbauunternehmen führt neue digitale Entwicklungswerkzeuge und KI-gestützte Systeme in der Konstruktion ein. Ingenieurinnen und Ingenieure müssen neue Kompetenzen erwerben und ihre Arbeitsweise anpassen.
Der BIGD kann durch Fachinformationen, Austauschformate und Diskussionen unterstützen:
- Welche Kompetenzen werden zukünftig benötigt?
- Wie verändert sich das Berufsbild?
- Welche Bedeutung haben Weiterbildung und lebenslanges Lernen?
Die konkrete Regelung von Arbeitszeit, Qualifizierungsansprüchen oder personellen Maßnahmen erfolgt dagegen über Arbeitgeber, Betriebsrat und gegebenenfalls Gewerkschaften.
Verhältnis zu anderen Vorschriften
|Vorschrift|Inhalt|
|---|---|
|Art. 9 Abs. 3 GG|Koalitionsfreiheit und Vereinigungsfreiheit|
|TVG|Grundlagen der Tarifautonomie und Tarifverträge|
|BetrVG|Mitbestimmung durch Betriebsräte|
|ArbSchG|Arbeits- und Gesundheitsschutz|
|Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)|Schutz vor Benachteiligungen im Arbeitsleben|
Merksatz
Der BIGD – Berufsverband Ingenieurinnen und Ingenieure für Deutschland vertritt berufliche und fachliche Interessen von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Er fördert Vernetzung, technische Kompetenz und die Weiterentwicklung des Ingenieurberufs, ist jedoch keine klassische Gewerkschaft und führt keine Tarifverhandlungen.
Bezug zu Knoten
- Berufsverband
- Ingenieur
- Technische Fachkräfte
- Gewerkschaft
- Arbeitnehmervertretung
- Betriebsrat
- Personalrat
- Mitbestimmung
- Tarifvertrag
- Tarifautonomie
- Digitalisierung
- Industrie 4.0
- Innovation
- Qualifizierung
- Fachkräftesicherung
- Arbeitswelt
- Technischer Wandel
- Weiterbildung
Praxisrelevanz
Der BIGD steht für die berufliche Interessenvertretung von Ingenieurinnen und Ingenieuren und zeigt die Bedeutung spezialisierter Berufsverbände innerhalb der Arbeitswelt.
Während Gewerkschaften vor allem Tarifverhandlungen, Arbeitsbedingungen und kollektive Arbeitnehmerrechte vertreten, beschäftigen sich Berufsverbände stärker mit Berufsbild, Fachentwicklung, Vernetzung und gesellschaftlicher Bedeutung einer Berufsgruppe.
Für Ingenieurinnen und Ingenieure gewinnt diese Arbeit insbesondere durch Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz und den steigenden Bedarf an technischen Fachkräften an Bedeutung.
Im Kontext von AELS verdeutlicht der BIGD die Verbindung zwischen beruflicher Entwicklung, technologischem Wandel und der Gestaltung moderner Arbeitswelten.
