Fachkräftesicherung
Kurzbeschreibung
Fachkräftesicherung bezeichnet alle politischen, wirtschaftlichen und betrieblichen Maßnahmen zur langfristigen Sicherstellung einer ausreichenden Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte.
Sie ist eine zentrale Antwort auf demografischen Wandel, Digitalisierung und Strukturwandel der Wirtschaft.
Systematischer Kontext
Fachkräftesicherung liegt im Schnittfeld von Arbeitsmarktpolitik, Bildungsförderung, Migration, Sozialpolitik und Unternehmensstrategie.
Verknüpfungen:
- Arbeitsmarkt
- Demografischer Wandel
- Bildungsförderung
- Wissensbereiche/Grundlagen/Beschäftigung
- EU-Recht
Ziele der Fachkräftesicherung
- Vermeidung von Fachkräftemangel
- Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
- Stabilisierung des Arbeitsmarkts
- Förderung von Qualifikation und Weiterbildung
- Integration zusätzlicher Arbeitskräftepotenziale
Ursachen des Fachkräftemangels
1. Demografischer Wandel
- Alternde Bevölkerung
- sinkende Geburtenraten
- steigende Renteneintritte
Verknüpfung:
2. Strukturwandel
- Digitalisierung
- Automatisierung
- Wandel industrieller Branchen
3. Qualifikationslücken
- mismatch zwischen Ausbildung und Arbeitsmarktbedarf
- unzureichende Weiterbildung
Instrumente der Fachkräftesicherung
1. Bildung und Ausbildung
- duale Ausbildung
- Hochschulbildung
- Umschulungen
Verknüpfung:
2. Weiterbildung
- lebenslanges Lernen
- betriebliche Qualifizierung
- staatliche Förderprogramme
Verknüpfung:
3. Arbeitsmarktintegration
- Integration von Arbeitslosen
- Förderung von Teilzeit- und Übergangsmodellen
- Aktivierung von stillen Reserven
4. Migration
- Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte
- Anerkennung ausländischer Abschlüsse
- EU-Arbeitsmobilität
Verknüpfung:
5. Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Kinderbetreuung
- flexible Arbeitszeitmodelle
- Teilzeit- und Homeoffice-Regelungen
Bedeutung für Unternehmen
- Sicherung von Produktions- und Innovationsfähigkeit
- Wettbewerb um Talente
- steigender Rekrutierungsaufwand
- stärkere Bedeutung von Arbeitgeberattraktivität
Verknüpfung:
Bedeutung für Arbeitnehmer
- bessere Beschäftigungschancen
- höhere Löhne durch Knappheit
- mehr Weiterbildungsmöglichkeiten
- größere Mobilität am Arbeitsmarkt
Verknüpfung:
Bedeutung für den Staat
- zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe
- Investitionen in Bildungssysteme
- Steuerung von Zuwanderungspolitik
- Sicherung des Sozialstaats
Verknüpfung:
EU-Bezug
Die EU unterstützt Fachkräftesicherung durch:
- Arbeitsfreizügigkeit im Binnenmarkt
- Programme zur Bildungs- und Qualifikationsförderung
- Anerkennung beruflicher Qualifikationen
- Koordinierung der Arbeitsmarktpolitik
Verknüpfung:
- EU-Arbeitsrecht
- Binnenmarkt
Verbindung zur Gesetzespyramide
1. EU-Recht (Binnenmarkt, Freizügigkeit, Programme)
2. nationale Arbeitsmarkt- und Bildungsgesetze
3. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen
4. Unternehmensstrategien
5. konkrete Personalmaßnahmen