AI Act
Wissensnotiz · AELS Wissensseite

AI Act

Öffentliche AELS-Wissensseite zu AI Act. Die Inhalte werden aus geprüften Obsidian-Quellen für die Website aufbereitet.

432 Wörter 2 Min. Lesezeit 15 Stichworte 48 Verknüpfungen

Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act / KI-Verordnung)


Kurzbeschreibung

Die Verordnung (EU) 2024/1689 („AI Act“) ist das erste umfassende Regelwerk der Europäischen Union zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz.

Sie legt verbindliche Anforderungen für Entwicklung, Inverkehrbringen und Nutzung von KI-Systemen im EU-Binnenmarkt fest und verfolgt einen risikobasierten Ansatz.


Europarechtlicher Hintergrund

Der AI Act ist eine EU-Verordnung und gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten.

Verknüpfungen:


Ziel der KI-Verordnung

Die Verordnung soll:

  • Sicherheit und Grundrechtsschutz gewährleisten
  • Risiken durch KI-Systeme minimieren
  • Innovation im EU-Binnenmarkt fördern
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit sicherstellen
  • einheitliche Standards für KI schaffen

Risikobasierter Ansatz

Die Regulierung erfolgt nach Risikoklassen:

  • Verbotene KI-Praktiken (unzulässig)
  • Hochrisiko-KI-Systeme (streng reguliert)
  • Begrenztes Risiko (Transparenzpflichten)
  • Minimales Risiko (kaum Regulierung)

Verbotene KI-Praktiken

Untersagt sind insbesondere:

  • manipulative oder ausbeuterische KI
  • Social Scoring durch Behörden (nach bestimmten Kriterien)
  • bestimmte Formen biometrischer Massenüberwachung
  • KI zur Ausnutzung von Schwächen bestimmter Personengruppen

Hochrisiko-KI-Systeme

Gilt u. a. für KI in Bereichen wie:

  • Beschäftigung und Personalmanagement
  • Bildung und Prüfungen
  • kritische Infrastruktur
  • Kreditvergabe und Versicherungen
  • Justiz und Verwaltungsentscheidungen

Pflichten:

  • Risikomanagementsystem
  • Datenqualität und Governance
  • technische Dokumentation
  • menschliche Aufsicht
  • Konformitätsbewertung

Transparenzpflichten

Für bestimmte KI-Systeme gilt:

  • Kennzeichnung von KI-Interaktionen
  • Offenlegung von KI-generierten Inhalten
  • Information über Nutzung von KI-Systemen
  • Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen (je nach Risiko)

Rechte der Beschäftigten und Bürger

Betroffene haben insbesondere:

  • Schutz vor diskriminierender KI
  • Transparenz über KI-Einsatz
  • Schutz vor automatisierten Fehlentscheidungen
  • Möglichkeit menschlicher Überprüfung
  • Beschwerde- und Rechtsdurchsetzungsmöglichkeiten

Pflichten von Unternehmen

Unternehmen müssen:

  • KI-Systeme korrekt klassifizieren
  • Compliance- und Risikomanagement einführen
  • technische Dokumentation führen
  • Transparenzpflichten erfüllen
  • Schulungen für Mitarbeitende sicherstellen
  • Konformitätsbewertungen durchführen (bei Hochrisiko-KI)

Wichtige Aufgaben des Betriebsrats

Überwachungspflicht (§ 80 BetrVG)

Der Betriebsrat überwacht:

  • Einsatz von KI im Betrieb
  • Auswirkungen auf Beschäftigte
  • Einhaltung von Datenschutz und Gleichbehandlung
  • Transparenz automatisierter Entscheidungen

Betriebsratsrelevanz

Der Betriebsrat achtet darauf, dass:

  • KI-Systeme keine Diskriminierung erzeugen
  • Leistungs- und Verhaltenskontrolle durch KI begrenzt ist
  • Beschäftigte über KI-Einsatz informiert sind
  • menschliche Kontrolle gewährleistet bleibt
  • Arbeitsbedingungen durch KI nicht verschlechtert werden

Rechtsgrundlagen:


Mitbestimmungsmöglichkeiten

Der Betriebsrat kann mitwirken bei:

  • Einführung von KI-Systemen im Betrieb
  • Leistungs- und Verhaltenskontrollsystemen
  • Personalentscheidungsalgorithmen
  • IT- und Softwareeinführungen
  • Datenschutz- und Compliance-Regelungen

Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber

Der Betriebsrat sollte:

  • KI-Einführungen frühzeitig begleiten
  • Risiken für Beschäftigte bewerten
  • Transparenz einfordern
  • Schulungskonzepte unterstützen
  • Missbrauch automatisierter Systeme verhindern

Typische Anwendungsfälle

  • KI im Recruiting (Bewerberauswahl)
  • automatisierte Leistungsbewertung
  • Chatbots im Kundenservice
  • Produktions- und Logistikoptimierung
  • Prognosesysteme im Personalwesen
  • Entscheidungsunterstützung in Verwaltung
  • Überwachungssysteme im Betrieb
  • KI-gestützte Schulungssysteme

Anhang

!OJ_L_202401689_DE_TXT.pdf


Verbindung zur Gesetzespyramide

Die Verordnung (EU) 2024/1689 ist EU-Recht und gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten.

Sie steht über:

  • nationalem Recht (z. B. BGB, BetrVG)
  • Betriebsvereinbarungen
  • Arbeitsverträgen
  • internen Unternehmensrichtlinien

Sie wird ergänzt durch:


Wichtige Stichworte

Empfehlungen

Ähnliche Inhalte zu AI Act

AELS

Hinweis

Keine Rechtsberatung

Diese Inhalte dienen der Information, Orientierung und Wissensorganisation. Für verbindliche Rechtsberatung sind qualifizierte Stellen wie Anwältinnen, Gewerkschaften oder zuständige Beratungsstellen einzubeziehen.