Lohndumping
Kurzbeschreibung
Lohndumping bezeichnet die Praxis, Löhne systematisch unter das übliche oder tarifliche Niveau zu drücken, häufig durch Unterlaufen von Mindeststandards, Tarifverträgen oder durch Ausnutzung rechtlicher Schlupflöcher.
Ziel ist meist die Senkung von Personalkosten, oft zulasten fairer Arbeitsbedingungen.
Systematischer Kontext
Lohndumping liegt im Schnittfeld von Arbeitsrecht, Tarifrecht, Sozialrecht, EU-Binnenmarkt und Beschäftigungspolitik.
Verknüpfungen:
- Tarifvertrag
- Wissensbereiche/Tarifrecht/Mindestlohn
- Leiharbeit
- Arbeitsmarkt
- Gleichbehandlung EU
1. Formen des Lohndumpings
1. Untertarifliche Bezahlung
- Löhne unter Tarifvertrag
- Umgehung tariflicher Bindungen
2. Umgehung des Mindestlohns
- falsche Arbeitszeiterfassung
- unbezahlte Überstunden
- Scheinselbstständigkeit
3. Einsatz atypischer Beschäftigung
- Leiharbeit zu niedrigeren Löhnen
- Werkverträge als Ersatz für reguläre Beschäftigung
Verknüpfung:
4. Auslands- und Standortstrategien
- Verlagerung in Niedriglohnländer
- Nutzung unterschiedlicher nationaler Lohnstandards
2. Ursachen
- Kostendruck im Wettbewerb
- Globalisierung
- schwache Tarifbindung
- regulatorische Unterschiede innerhalb der EU
- Machtungleichgewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Verknüpfung:
3. Rechtliche Grenzen
Mindestlohn
- gesetzlich vorgeschriebene Lohnuntergrenze
- Verstöße sind bußgeldbewehrt
Tarifrecht
- Tarifverträge können allgemeinverbindlich sein
- Abweichungen nur in engen Grenzen möglich
Arbeitsrecht
- Schutz vor sittenwidriger Entlohnung
- Kontrolle durch Arbeitsgerichte
4. Auswirkungen auf Arbeitnehmer
- niedrige Einkommen
- soziale Unsicherheit
- erhöhtes Armutsrisiko trotz Beschäftigung
- eingeschränkte Lebensqualität
5. Auswirkungen auf Unternehmen
- kurzfristige Kostenvorteile
- langfristige Reputationsrisiken
- rechtliche Sanktionen möglich
- Wettbewerbsverzerrung
Verknüpfung: