Entgelttransparenzgesetz
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Entgelttransparenzgesetz

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Entgelttransparenzgesetz

Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG)

Kurzbeschreibung

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) soll die Durchsetzung von gleichem Entgelt für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit verbessern.

Es schafft Instrumente, um Entgeltstrukturen transparenter zu machen und mögliche Benachteiligungen aufzudecken.

Grundgedanke:

Transparente und nachvollziehbare Entgeltsysteme helfen dabei, geschlechtsbezogene Entgeltbenachteiligungen zu erkennen und zu vermeiden.

Ziel des Gesetzes

Das Entgelttransparenzgesetz verfolgt insbesondere folgende Ziele:

  • Förderung der Entgeltgleichheit
  • Vermeidung geschlechtsbezogener Benachteiligungen
  • mehr Transparenz bei Entgeltstrukturen
  • bessere Durchsetzung individueller Rechte

Die gesetzlichen Grundlagen finden sich insbesondere in den §§ 1 bis 7 EntgTranspG.


Grundsatz der Entgeltgleichheit

Ein zentraler Grundsatz lautet:

Gleiche Arbeit

=

gleiches Entgelt

Gleichwertige Arbeit

=

vergleichbare Bewertung

Dabei kommt es nicht nur auf die konkrete Stellenbezeichnung an.

Bewertet werden beispielsweise:

  • Anforderungen
  • Qualifikation
  • Verantwortung
  • Belastung
  • Arbeitsbedingungen

Rechtsgrundlagen

Artikel 3 GG

Das Grundgesetz garantiert:

  • Gleichheit vor dem Gesetz
  • Gleichberechtigung von Frauen und Männern

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Das AGG schützt Beschäftigte vor Benachteiligungen wegen des Geschlechts.

Siehe:

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG))


Anwendungsbereich

Das Entgelttransparenzgesetz gilt für Beschäftigte.

Dazu gehören insbesondere:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Auszubildende
  • bestimmte arbeitnehmerähnliche Personen

Individueller Auskunftsanspruch

§§10–16 EntgTranspG

Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen Auskunft verlangen, um die Einhaltung der Entgeltgleichheit zu überprüfen.

Die Auskunft kann sich beziehen auf:

  • Kriterien der Entgeltfindung
  • Verfahren der Entgeltbestimmung
  • Vergleichsentgelt einer Vergleichstätigkeit

Das Vergleichsentgelt wird statistisch aufbereitet und nicht als individuelles Gehalt einzelner Personen offengelegt.


Voraussetzungen für den Auskunftsanspruch

Beschäftigte müssen grundsätzlich:

  • eine Vergleichstätigkeit benennen
  • das Auskunftsverlangen in Textform stellen
  • die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen

Die Vergleichstätigkeit muss eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit betreffen.


Vergleichstätigkeit

Eine Vergleichstätigkeit liegt vor, wenn Tätigkeiten hinsichtlich ihrer Anforderungen vergleichbar sind.

Bewertungskriterien:

  • Art der Tätigkeit
  • Verantwortung
  • Qualifikation
  • Belastungen
  • Arbeitsbedingungen

Nicht entscheidend:

  • gleiche Stellenbezeichnung
  • gleicher Arbeitsplatz

Aufgaben des Arbeitgebers

Arbeitgeber sollen:

  • diskriminierungsfreie Entgeltsysteme schaffen
  • Entgeltentscheidungen nachvollziehbar gestalten
  • Gleichbehandlung sicherstellen

Aufgaben des Betriebsrats

Der Betriebsrat hat eine wichtige Rolle bei der Entgeltgerechtigkeit.

Grundlage:

BetrVG


§80 BetrVG

Der Betriebsrat überwacht:

  • Einhaltung von Gesetzen
  • Förderung der Gleichstellung

§13 EntgTranspG

Der Betriebsrat unterstützt die Durchsetzung der Entgeltgleichheit.

Er hat unter anderem Rechte zur Einsicht und Auswertung von Bruttolohn- und Gehaltslisten über die dafür vorgesehenen betrieblichen Strukturen.


§87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG

Der Betriebsrat hat Mitbestimmung bei:

  • Fragen der betrieblichen Lohngestaltung
  • Entlohnungsgrundsätzen
  • Entgeltmethoden

Siehe:

Mitbestimmung


Entgelttransparenz und Tarifverträge

Tarifverträge können Entgelttransparenz fördern.

Vorteile:

  • klare Entgeltgruppen
  • objektive Bewertungskriterien
  • weniger individuelle Verhandlungsspielräume

Siehe:

Tarifvertrag

und

Entgeltordnung


Betriebliche Prüfverfahren

Das Gesetz sieht Möglichkeiten vor, betriebliche Entgeltstrukturen zu überprüfen.

Ziele:

  • Unterschiede erkennen
  • Ursachen analysieren
  • Benachteiligungen beseitigen

Zusammenhang mit Gender Pay Gap

Das Entgelttransparenzgesetz ist ein Instrument zur Bekämpfung des:

Gender Pay Gap

Es betrachtet jedoch nicht nur Durchschnittswerte, sondern konkrete Entgeltstrukturen und Vergleichstätigkeiten.


EU-Entgelttransparenzrichtlinie

Die EU-Richtlinie 2023/970 erweitert die Anforderungen an Entgelttransparenz.

Ziele:

  • bessere Transparenz
  • stärkere Durchsetzung des Grundsatzes gleichen Entgelts
  • verbesserte Rechte für Beschäftigte

Die Umsetzung in deutsches Recht steht im Zusammenhang mit einer Weiterentwicklung der bestehenden Regelungen.


Entgelttransparenz und Datenschutz

Entgeltdaten sind personenbezogene Daten.

Daher müssen berücksichtigt werden:

  • Datenschutz
  • Zweckbindung
  • Schutz persönlicher Informationen

Siehe:

Datenschutz


Bedeutung für Beschäftigte

Das Gesetz ermöglicht:

  • bessere Einschätzung eigener Entgeltchancen
  • Überprüfung möglicher Benachteiligungen
  • mehr Transparenz bei Vergütungssystemen

Bedeutung für Arbeitgeber

Arbeitgeber profitieren durch:

  • nachvollziehbare Entgeltsysteme
  • höhere Transparenz
  • bessere Gleichstellungsstrukturen

Sie müssen jedoch:

  • Entgeltsysteme prüfen
  • Diskriminierung vermeiden
  • Auskunftsansprüche bearbeiten

Typische Fehler

Arbeitgeber

  • Gehälter ausschließlich nach Verhandlungsgeschick festlegen
  • Entgeltkriterien nicht dokumentieren
  • Vergleichbarkeit von Tätigkeiten nicht prüfen

Betriebsrat

  • Entgeltfragen nur individuell betrachten
  • Entgeltstrukturen nicht analysieren
  • Arbeitsbewertung nicht berücksichtigen

Praxisbeispiel

Zwei Beschäftigte arbeiten in gleichwertigen Tätigkeiten.

Feststellung:

  • gleiche Anforderungen
  • gleiche Verantwortung
  • unterschiedliche Vergütung

Prüfung:

1. Welche Entgeltordnung gilt?

2. Welche Kriterien bestimmen das Entgelt?

3. Gibt es sachliche Gründe?

4. Liegt eine Benachteiligung vor?

Ergebnis:

Eine nachvollziehbare Bewertung muss sicherstellen, dass Entgeltentscheidungen fair erfolgen.


Verhältnis zu anderen Themen

|Thema|Zusammenhang|

|-|-|

|Gender Pay Gap|Messbarer Ausdruck möglicher Entgeltunterschiede|

|Entgeltgerechtigkeit|Ziel des Gesetzes|

|Arbeitsbewertung|Grundlage fairer Vergütung|

|Entgeltordnung|Systematische Vergütungsstruktur|

|Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)|Schutz vor Diskriminierung|

|Tarifrecht|Kollektive Entgeltregelungen|

|Betriebsrat|Beteiligung und Kontrolle|

|Mitbestimmung|Einfluss auf Entgeltsysteme|


Merksatz

Das Entgelttransparenzgesetz schafft Instrumente, um gleiche Bezahlung bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit besser durchsetzen zu können.

Bezug zu Knoten


Praxisrelevanz

Das Entgelttransparenzgesetz ist ein wichtiges Werkzeug für moderne Arbeitsbeziehungen.

Für AELS besonders relevant:

  • Verständnis gerechter Vergütungssysteme
  • Bewertung von Arbeitsplätzen
  • Rolle des Betriebsrats bei Entgeltfragen
  • Zusammenhang zwischen Gleichstellung und Tarifrecht
  • Verbindung von Arbeitsrecht, Personalpolitik und gesellschaftlicher Entwicklung

Im Kontext von AELS verbindet das Entgelttransparenzgesetz Arbeitsrecht, Gleichstellung, Entgeltpolitik, Tarifrecht und betriebliche Mitbestimmung.

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Hinweis

Keine Rechtsberatung

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