Arbeitsförderung
Kurzbeschreibung
Arbeitsförderung bezeichnet staatliche Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigung, der beruflichen Weiterbildung und der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Sie ist ein zentrales Instrument der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland.
Ziel ist es, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, zu verkürzen und Beschäftigung zu sichern.
Systematischer Kontext
Arbeitsförderung liegt im Schnittfeld von Sozialrecht, Arbeitsmarktpolitik, Verwaltungsrecht und EU-Sozialpolitik.
Verknüpfungen:
Rechtsgrundlage
Deutschland
- Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III)
Zuständige Behörde:
- Bundesagentur für Arbeit
Ziele der Arbeitsförderung
Die Arbeitsförderung verfolgt:
- Vermeidung von Arbeitslosigkeit
- schnelle Wiedereingliederung in Arbeit
- Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit
- Förderung von Ausbildung und Qualifikation
- Stabilisierung des Arbeitsmarkts
Zentrale Instrumente
1. Arbeitsvermittlung
- Vermittlung in offene Stellen
- Beratung von Arbeitssuchenden
- Matching von Qualifikationen und Stellen
2. Berufsberatung
- Orientierung bei Berufswahl
- Unterstützung bei Umorientierung
- Förderung von Ausbildung und Studium
3. Weiterbildung und Qualifizierung
- Umschulungen
- Weiterbildungsmaßnahmen
- Anpassungsqualifikationen
Verknüpfung:
4. Arbeitslosengeld I
- finanzielle Unterstützung bei Arbeitslosigkeit
- zeitlich befristete Leistung
- abhängig von vorheriger Beschäftigung
Verknüpfung:
5. Eingliederungsmaßnahmen
- Trainingsmaßnahmen
- Praktika
- geförderte Beschäftigung
Förderung von Arbeitgebern
Arbeitgeber können unterstützt werden durch:
- Eingliederungszuschüsse
- Ausbildungsförderung
- Lohnkostenzuschüsse
- Qualifizierungsförderung
Besondere Personengruppen
Arbeitsförderung richtet sich besonders an:
- Langzeitarbeitslose
- Jugendliche ohne Ausbildung
- ältere Arbeitnehmer
- Menschen mit Behinderung
- Berufsrückkehrende
Verknüpfung:
Prinzipien der Arbeitsförderung
1. Aktivierung
- Förderung von Eigeninitiative
- Unterstützung statt reine Versorgung
2. Vermittlung vor Leistung
- Arbeit vor Sozialleistung
3. Prävention
- frühzeitige Vermeidung von Arbeitslosigkeit
Arbeitsförderung und Arbeitsmarkt
Die Arbeitsförderung wirkt auf:
- Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt
- Fachkräftesicherung
- wirtschaftliche Stabilität
- soziale Integration
EU-Bezug
- Europäische Beschäftigungsstrategie
- EU-Sozialfonds (ESF)
- Maßnahmen zur Mobilität von Arbeitskräften
Verknüpfung:
Bedeutung für Unternehmen
Unternehmen profitieren durch:
- Fachkräftevermittlung
- Förderprogramme für Einstellung
- Qualifizierung von Mitarbeitenden
- geringere Rekrutierungskosten
Bedeutung für Beschäftigte
Für Arbeitnehmer bedeutet Arbeitsförderung:
- bessere Jobchancen
- Unterstützung bei Weiterbildung
- finanzielle Absicherung
- berufliche Neuorientierung
Verbindung zur Gesetzespyramide
1. EU-Beschäftigungs- und Sozialpolitik
2. SGB III
3. Verordnungen der Bundesagentur für Arbeit
4. Verwaltungspraxis
5. individuelle Förderentscheidungen