ASR A2.2 – Maßnahmen gegen Brände
Kurz erklärt
Die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ ist eine Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR). Sie konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) zum vorbeugenden und organisatorischen Brandschutz in Arbeitsstätten.
Die ASR beschreibt, welche Maßnahmen Arbeitgeber treffen müssen, um Brände zu verhindern, Entstehungsbrände wirksam zu bekämpfen und die Sicherheit der Beschäftigten im Brandfall zu gewährleisten. Werden die Vorgaben der ASR eingehalten, kann der Arbeitgeber grundsätzlich davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung erfüllt sind (sogenannte Vermutungswirkung). :contentReference[oaicite:0]{index=0}
Ziele der ASR A2.2
Die ASR A2.2 verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- Vermeidung von Bränden,
- frühzeitige Erkennung von Bränden,
- wirksame Bekämpfung von Entstehungsbränden,
- Schutz von Beschäftigten,
- Begrenzung von Sachschäden,
- Sicherstellung einer geordneten Evakuierung.
Sie ergänzt damit die allgemeinen Anforderungen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
Anwendungsbereich
Die ASR A2.2 gilt grundsätzlich für alle Arbeitsstätten im Sinne der Arbeitsstättenverordnung.
Sie enthält Anforderungen an:
- Feuerlöscheinrichtungen,
- Brandmeldeeinrichtungen,
- Alarmierungseinrichtungen,
- organisatorische Brandschutzmaßnahmen,
- Maßnahmen bei normaler und erhöhter Brandgefährdung,
- ergänzende Anforderungen auf Baustellen. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Grundausstattung mit Feuerlöscheinrichtungen
Jede Arbeitsstätte muss über eine geeignete Grundausstattung an Feuerlöscheinrichtungen verfügen.
Dabei werden insbesondere berücksichtigt:
- Art der Nutzung,
- Größe der Arbeitsstätte,
- Brandgefährdung,
- Brandklassen,
- erforderliche Löschmitteleinheiten.
Die notwendige Anzahl und Art der Feuerlöscher richtet sich nach den Vorgaben der ASR und der Gefährdungsbeurteilung. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Erhöhte Brandgefährdung
Liegt eine erhöhte Brandgefährdung vor, reichen die Maßnahmen der Grundausstattung regelmäßig nicht aus.
Dann können zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein, beispielsweise:
- zusätzliche Feuerlöscher,
- stationäre Löschanlagen,
- Brandmeldeanlagen,
- besondere organisatorische Maßnahmen,
- weitergehende Unterweisungen,
- zusätzliche Brandschutzhelfer.
Welche Maßnahmen erforderlich sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
Organisatorischer Brandschutz
Neben technischen Einrichtungen verlangt die ASR auch organisatorische Maßnahmen.
Hierzu gehören insbesondere:
- Unterweisung der Beschäftigten,
- Verhalten im Brandfall,
- Alarmierungsverfahren,
- Räumungsorganisation,
- Bestellung und Ausbildung von Brandschutzhelfern,
- regelmäßige Übungen,
- Erstellung einer Brandschutzordnung, soweit erforderlich.
Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass im Brandfall schnell und richtig gehandelt wird. :contentReference[oaicite:4]{index=4}
Brandschutzhelfer
Der Arbeitgeber muss – abhängig von der Gefährdungsbeurteilung – eine ausreichende Anzahl von Brandschutzhelfern benennen.
Diese werden unter anderem dafür ausgebildet,
- Entstehungsbrände zu bekämpfen,
- Beschäftigte zu unterstützen,
- Räumungen zu begleiten,
- den Eigenschutz zu beachten.
Die Anzahl der Brandschutzhelfer richtet sich nach der Brandgefährdung, der Betriebsgröße und weiteren betrieblichen Besonderheiten. :contentReference[oaicite:5]{index=5}
Bedeutung für Arbeitgeber
Arbeitgeber sind verpflichtet,
- eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen,
- geeignete Feuerlöscheinrichtungen bereitzustellen,
- organisatorische Brandschutzmaßnahmen festzulegen,
- Beschäftigte regelmäßig zu unterweisen,
- Brandschutzhelfer auszubilden,
- den Brandschutz regelmäßig zu überprüfen.
Die ASR A2.2 dient dabei als praktische Handlungshilfe zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen.
Bedeutung für Beschäftigte
Beschäftigte müssen
- Brandschutzunterweisungen beachten,
- Feuerlöscheinrichtungen kennen,
- Fluchtwege freihalten,
- Brände unverzüglich melden,
- die Brandschutzordnung einhalten,
- sich im Brandfall entsprechend den betrieblichen Anweisungen verhalten.
Sie tragen damit aktiv zum betrieblichen Brandschutz bei.
Rechtliche Grundlagen
Die wichtigsten Rechtsgrundlagen sind:
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
- ASR A2.2 – Maßnahmen gegen Brände
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
Die ASR A2.2 konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung und beschreibt den aktuellen Stand der Technik für den Brandschutz in Arbeitsstätten. :contentReference[oaicite:6]{index=6}
Beispiel aus der Praxis
Ein Produktionsbetrieb überprüft im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung den betrieblichen Brandschutz. Aufgrund der vorhandenen brennbaren Stoffe wird eine erhöhte Brandgefährdung festgestellt. Der Arbeitgeber installiert zusätzliche Feuerlöscher, lässt Brandschutzhelfer ausbilden, erstellt eine Brandschutzordnung und führt regelmäßig Räumungsübungen durch. Dadurch erfüllt der Betrieb die Anforderungen der ASR A2.2.
Merke
Die ASR A2.2 konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung zum Brandschutz. Sie regelt die Ausstattung mit Feuerlöscheinrichtungen sowie organisatorische Maßnahmen, damit Brände verhindert, früh erkannt und Entstehungsbrände wirksam bekämpft werden können. :contentReference[oaicite:7]{index=7}
