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Kritische Infrastruktur (KRITIS)


Kurzbeschreibung

Kritische Infrastrukturen sind Organisationen und Einrichtungen, deren Ausfall oder Beeinträchtigung erhebliche Versorgungsengpässe, Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere gravierende Folgen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hätte.

Dazu gehören insbesondere Systeme der Energie-, Wasser-, Gesundheits- und Informationsversorgung.


Systematischer Kontext

Kritische Infrastrukturen liegen im Schnittfeld von Sicherheitsrecht, Verwaltungsrecht, IT-Sicherheit, Katastrophenschutz und teilweise auch Arbeits- und Gesundheitsschutz in systemrelevanten Betrieben.

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Ziel des Schutzes kritischer Infrastrukturen

Der KRITIS-Schutz soll:

  • Versorgung der Bevölkerung sicherstellen
  • Ausfälle essenzieller Dienste verhindern
  • Resilienz gegenüber Krisen erhöhen
  • Cyber- und physische Angriffe abwehren
  • Systemstabilität gewährleisten

Typische KRITIS-Sektoren

1. Energieversorgung

  • Stromnetze
  • Gasversorgung
  • Kraftwerke

2. Wasser und Abwasser

  • Trinkwasserversorgung
  • Abwasserbehandlung

3. Gesundheit

  • Krankenhäuser
  • Rettungsdienste
  • Arzneimittelversorgung

4. Informationstechnik und Telekommunikation

  • Rechenzentren
  • Internetknoten
  • Mobilfunknetze

5. Transport und Verkehr

  • Bahnverkehr
  • Luftverkehr
  • Logistikzentren

6. Ernährung und Finanzwesen

  • Lebensmittelversorgung
  • Banken und Zahlungsverkehr

Rechtliche Grundlagen

  • BSI-Gesetz (BSIG)
  • IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG)
  • EU-NIS2-Richtlinie (Netz- und Informationssicherheit)
  • nationale KRITIS-Verordnungen
  • sektorale Sicherheitsvorgaben

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Schutzmaßnahmen

1. Technische Maßnahmen

  • Redundante Systeme
  • Notstromversorgung
  • IT-Sicherheitsarchitekturen
  • Zugriffsschutzsysteme

2. Organisatorische Maßnahmen

  • Notfall- und Krisenpläne
  • Meldepflichten bei Störungen
  • Sicherheitskonzepte
  • regelmäßige Audits

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3. Personelle Maßnahmen

  • Sicherheitsüberprüfungen
  • Schulung von Beschäftigten
  • Zugangsbeschränkungen

Bedeutung im Arbeitsschutz

KRITIS-Betriebe haben erhöhte Anforderungen an:

  • Arbeitssicherheit
  • Notfallmanagement
  • Gefährdungsbeurteilungen
  • psychische Belastbarkeit in Krisen

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Bedrohungen

  • Cyberangriffe (Ransomware, Sabotage)
  • Naturkatastrophen
  • technische Ausfälle
  • menschliches Versagen
  • gezielte Angriffe auf Infrastruktur

Rolle des Staates

Der Staat übernimmt:

  • Regulierung und Überwachung
  • Definition kritischer Sektoren
  • Sicherheitsanforderungen
  • Krisenkoordination
  • internationale Zusammenarbeit

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Bedeutung in der Praxis

KRITIS ist besonders relevant bei:

  • Energieversorgern
  • Krankenhäusern
  • Telekommunikationsunternehmen
  • Wasserwerken
  • großen Industrie- und Logistiksystemen

Verbindung zur Gesetzespyramide

1. EU-Richtlinien (z. B. NIS2)

2. nationale Sicherheitsgesetze (BSIG, IT-SiG)

3. sektorale Verordnungen

4. Unternehmenssicherheitskonzepte

5. interne Notfallpläne


Wichtige Stichworte

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