IFRS (International Financial Reporting Standards)
Kurzbeschreibung
IFRS sind international anerkannte Rechnungslegungsstandards, die festlegen, wie Unternehmen ihre Finanzberichte (z. B. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) erstellen und darstellen müssen.
Ziel ist die weltweite Vergleichbarkeit von Unternehmensabschlüssen.
Systematischer Kontext
IFRS liegen im Schnittfeld von Wirtschaftsrecht, Kapitalmarktrecht, Unternehmensrecht und EU-Recht.
Verknüpfungen:
1. Ursprung und Herausgeber
- entwickelt vom International Accounting Standards Board (Wissensbereiche/Wirtschaft/IASB)
- Teil des IFRS-Frameworks (inkl. früherer IAS-Standards)
- weltweit verbreitet, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen
2. Anwendungsbereich
Verpflichtend
- kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU
- Konzernabschlüsse börsennotierter Gesellschaften
Optional / national unterschiedlich
- nicht börsennotierte Unternehmen (je nach Staat)
- Einzelabschlüsse häufig nach nationalem Recht (z. B. HGB in Deutschland)
Verknüpfung:
3. Ziel der IFRS
- internationale Vergleichbarkeit von Abschlüssen
- Transparenz für Investoren
- Verbesserung der Kapitalmarktinformationen
- einheitliche Bewertungsregeln
4. Grundprinzipien der IFRS
1. Fair Value Prinzip
- Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
- marktnahe Bewertung statt historischer Kosten
2. Periodenabgrenzung
- Erträge und Aufwendungen werden periodengerecht zugeordnet
- unabhängig vom Zahlungszeitpunkt
3. Going-Concern-Prinzip
- Unternehmen wird als fortgeführt betrachtet
- solange keine gegenteiligen Hinweise bestehen
5. Aufbau eines IFRS-Abschlusses
- Bilanz (Statement of Financial Position)
- Gewinn- und Verlustrechnung
- Gesamtergebnisrechnung
- Kapitalflussrechnung
- Anhang (Notes)
6. IFRS vs. HGB
| Kriterium | IFRS | HGB |
|------------|------|-----|
| Ziel | Investoreninformation | Gläubigerschutz |
| Bewertung | Fair Value | Vorsichtsprinzip |
| Orientierung | international | national |
| Anwendung | Kapitalmarkt | Handelsrecht |
Verknüpfung:
7. Bedeutung für Unternehmen
- Zugang zu internationalen Kapitalmärkten
- höhere Transparenzanforderungen
- komplexere Rechnungslegung
- höhere Compliance-Anforderungen
Verknüpfung:
8. Bedeutung für Investoren
- bessere Vergleichbarkeit von Unternehmen weltweit
- Entscheidungsgrundlage für Investitionen
- reduzierte Informationsasymmetrien
9. EU-Bezug
- IFRS werden durch EU-Verordnung übernommen (IFRS-Endorsement)
- verpflichtend für bestimmte EU-Unternehmen
- Teil der Harmonisierung des Kapitalmarktrechts
Verknüpfung:
10. Verbindung zur Gesetzespyramide
1. EU-Verordnung zur IFRS-Anwendung
2. nationale Umsetzung (z. B. HGB ergänzt IFRS nicht verdrängt)
3. Unternehmensrichtlinien zur Rechnungslegung
4. konkrete Bilanzierungspraxis
5. Abschlussprüfung (Auditing)