Außenhandel
Kurz erklärt
Der Außenhandel umfasst den grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen verschiedenen Staaten. Er beinhaltet sowohl die Einfuhr (Import) als auch die Ausfuhr (Export) von Gütern und Dienstleistungen und ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Wirtschaft.
Für Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft hat der Außenhandel eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung. Er trägt zur Sicherung von Arbeitsplätzen, zur Versorgung mit Rohstoffen sowie zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bei.
Ziele des Außenhandels
Der Außenhandel verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- Versorgung mit Rohstoffen und Waren,
- Absatz von Produkten auf internationalen Märkten,
- Förderung des Wirtschaftswachstums,
- Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen,
- Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit,
- Förderung des technologischen Austauschs,
- Ausbau internationaler Wirtschaftsbeziehungen.
Unternehmen können durch den Außenhandel neue Märkte erschließen und ihre Absatzmöglichkeiten erweitern.
Formen des Außenhandels
Der Außenhandel umfasst verschiedene Bereiche.
Hierzu gehören insbesondere:
Export
Beim Export werden Waren oder Dienstleistungen aus Deutschland in andere Staaten geliefert.
Import
Beim Import werden Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt.
Transitverkehr
Beim Transit werden Waren durch ein Land transportiert, ohne dort in den Wirtschaftskreislauf einzugehen.
Bedeutung für Unternehmen
Der Außenhandel bietet Unternehmen zahlreiche Chancen.
Hierzu gehören unter anderem:
- Erschließung neuer Absatzmärkte,
- größere Kundengruppen,
- Umsatzsteigerung,
- internationale Zusammenarbeit,
- bessere Auslastung von Produktionskapazitäten,
- Zugang zu internationalen Lieferanten,
- Einkauf günstiger Rohstoffe und Vorprodukte.
Gleichzeitig entstehen zusätzliche Anforderungen, beispielsweise hinsichtlich Zoll, Logistik und internationaler Verträge.
Bedeutung für Beschäftigte
Der Außenhandel beeinflusst viele Arbeitsplätze unmittelbar oder mittelbar.
Besonders betroffen sind Beschäftigte in Bereichen wie
- Industrie,
- Logistik,
- Spedition,
- Einkauf,
- Vertrieb,
- Zollabwicklung,
- Hafenwirtschaft,
- Luft- und Seeverkehr.
Eine starke Exportwirtschaft trägt wesentlich zur Beschäftigung in Deutschland bei.
Chancen und Risiken
Der Außenhandel bietet zahlreiche Vorteile, ist jedoch auch mit Risiken verbunden.
Chancen
- wirtschaftliches Wachstum,
- größere Absatzmärkte,
- internationale Zusammenarbeit,
- Spezialisierung,
- Innovationen,
- steigender Wohlstand.
Risiken
- Abhängigkeit von internationalen Lieferketten,
- Handelskonflikte,
- Wechselkursschwankungen,
- politische Krisen,
- Zölle und Handelshemmnisse,
- Lieferengpässe.
Unternehmen müssen diese Risiken bei ihren internationalen Geschäftsbeziehungen berücksichtigen.
Außenhandel und Europäische Union
Innerhalb der Europäischen Union besteht grundsätzlich freier Warenverkehr.
Zwischen den Mitgliedstaaten entfallen im Regelfall
- Zölle,
- mengenmäßige Einfuhrbeschränkungen,
- viele Handelshemmnisse.
Beim Handel mit Staaten außerhalb der Europäischen Union gelten dagegen die Vorschriften des europäischen Zoll- und Außenwirtschaftsrechts.
Bedeutung für den Arbeitsschutz
Auch im Außenhandel müssen Unternehmen sämtliche arbeitsrechtlichen Vorschriften beachten.
Dazu gehören insbesondere:
- Arbeitsschutz,
- Arbeitszeitregelungen,
- Mitbestimmung,
- Zoll- und Exportkontrollvorschriften,
- Lieferkettensorgfaltspflichten.
Internationale Geschäftsbeziehungen entbinden Unternehmen nicht von ihren gesetzlichen Pflichten gegenüber den Beschäftigten.
Rechtliche Grundlagen
Die wichtigsten Rechtsgrundlagen sind:
- Außenwirtschaftsgesetz (AWG)
- Außenwirtschaftsverordnung (AWV)
- Unionszollkodex (UZK)
- Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)
- Zollrecht
Je nach Art des Handelsgeschäfts können außerdem internationale Handelsabkommen sowie nationale und europäische Spezialvorschriften Anwendung finden.
Beispiel aus der Praxis
Ein deutscher Maschinenbauer verkauft Produktionsanlagen an ein Unternehmen in Kanada. Vor der Ausfuhr prüft das Unternehmen, ob Exportgenehmigungen erforderlich sind und erstellt die notwendigen Zolldokumente. Gleichzeitig importiert es elektronische Bauteile aus Südkorea für die Herstellung der Maschinen. Durch diese internationalen Liefer- und Absatzbeziehungen ist das Unternehmen sowohl im Export als auch im Import tätig.
Merke
Außenhandel umfasst den grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Staaten. Er besteht aus Import und Export und ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Wirtschaft sowie der deutschen Volkswirtschaft.
